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Boulen? Aber ja, und dann diskutieren

20. September 2022

Boule spielen? Da waren einige Mitglieder doch recht skeptisch, als sie die Einladung zum Berliner Monatstreffen sahen, den die Vorstandsmitglieder Barbara Sörensen-Petersen und Max Hübner organisiert hatten. Bin ich dafür in einem Wirtschaftsclub für Tourismus? Ist das nicht eher was für Rentner? Treffpunkt am 12. September waren das Spielfeld und das Vereinsheim des Club Bouliste de Berlin e. V. in Tegel. Und das entpuppte sich als eine wunderbare Reise tief ins Berlin der frühen Nachkriegszeit! Bauen lassen hatte die Anlage im damaligen französischen Sektor ein heimwehgeplagter General der Grande Nation. Heute laufen hier Wettkämpfe, auf denen gewiss nicht nur Rentner die Kugeln werfen, sondern auch der Nachwuchs. Der Vereinsvorsitzende Manfred Kalusa höchstpersönlich sorgte mit größter Gastfreundschaft für einen ebenso altmodisch-wunderschönen Grillabend an einem der letzten warmen Spätsommerabende. Die Skål-Novizen des Boule machten gar keine schlechte Figur. Zwar ließen sie die Sau nicht raus, aber sie warfen sie. Denn so, das lernte der erstaunte Laie, nennt man die kleine Zielkugel. Nach dem Werfen und vor dem Genießen gab es, ganz im Sinne des „Doing Business among Friends“, eine spannende Fachdiskussion: Max Hübner, selbständiger Berater für Marketing-und Projektmanagement sowie Hochschuldozent für Tourismuswirtschaft, lieferte einen Impulsvortrag über die aktuellen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen von Reisebüros und die sich wandelnde Rolle von Reiseveranstaltern.

Sollen Reisebüros für die Kundenbindung kostenlos Service-Dienstleistungen anbieten, wie zum Beispiel das Ausfüllen von Online-Formularen? Oder sich doch besser auf bezahlte Leistungen beschränken? Wie können Reisebüros bestehen, wenn sie zunehmend rechtlich als Veranstalter gelten und damit Haftung übernehmen müssen, die sie gar nicht tragen können? Der Impuls saß! Die Mitglieder, unter ihnen einige Reisebüro-Inhaber und auch Veranstalter, diskutierten überaus kontrovers. Ein wunderbarer Gedankenaustausch unter Experten entspann sich – Skål vom Feinsten im sehr historischem Ambiente eines Kleinods des alten Westberlin.

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